Stadthalle: Entscheidung vertagt

Antrag der Freien Wähler findet knappe Mehrheit im Gemeinderat

Achern (mm) Eigentlich wollte die Stadtverwaltung mächtig Gas geben und den Bebauungsplan („Neues Wohnen an der Acher“) für das ehemalige Geländer der Glas-hütte im „beschleunigten Verfahren“ weiterführen. Doch es kam anders: Eine knappe Mehrheit der Gemeinderats stimmte am Montagabend für eine Vertagung des Themas. Hintergrund ist die Debatte über den Neubau einer Stadthalle. Die Entscheidung soll noch vor der Sommerpause fallen. Mit elf gegen zehn Stimmen und drei Enthal-tungen votierte der Gemeinderat zu später Stunde für einen von Hans Jürgen Morgenstern (Freie Wähler) einge-brachten Vertagungsantrag. Man wolle eine Grundsatzentscheidung über den Standort für eine Stadthalle nicht unter Zeitdruck treffen. Wie berichtet, geht es um die Frage, ob die Stadt dafür ein Grundstück auf dem Glashütten-gelände als Platzhalter erwirbt oder nicht. Als Alternative gibt es nach Angaben der Stadtverwaltung das Angebot eines privaten Investors, der eine Halle bauen und diese dann der Kommune für einen Zeitraum von 30 Jahren gegen eine „Leasinggebühr“ vermieten würde. Eine weitere Möglichkeit eröffnete – wie ebenfalls berichtet – in der vergangenen Woche der Vorstoß einer Bürgerinitiative um den CDU-Fraktionsvorsitzenden Karl Früh und den Vertreter des Förderkreises Illenau, Jürgen Frank: Sie präsentierte Pläne des Acherner Architekten Jörg Sand-hacker, der eine Nutzung des ehemaligen Kirchenraums im Zentralgebäude der Illenau mit einer Kapazität von knapp 500 Sitzplätzen zum Inhalt haben. Oberbürgermeister Klaus Muttach machte keinen Hehl aus seiner Auf-Fassung, dass ein Engagement der Stadt auf dem Gelände der einstigen Glashütte wenig sinnvoll sei. Angesichts der zu erwartenden Kosten von zehn Millionen Euro allein für den Bau einer Stadthalle sei nicht zu erwarten, dass sich die Stadt das „in absehbarer Zeit“ leisten könne. Ähnlich sah dies die CDU-Fraktion: Wir wollen keinen Platzhalter für die Stadthalle auf dem ehemaligen O-I-Gelände,“ erklärte Karl Früh. ABL-Fraktionschefin Jutta Römer sah das nicht anders, beklagte aber, dass dem Gemeinderat derzeit  zu wenig Informationen über die möglichen Alternativen vorliegen. Tatsächlich existiert von der Bürgerinitiative nicht viel mehr als ein Plan, und Oberbürgermeister Klaus Muttach machte auch in der Gemeinderatssitzung weder Angaben über den möglichen Standort einer „privat“ er-richteten Stadthalle noch zur Identität des möglichen Investors. Klar ist nur, dass auch die auf 30 Jahre verteilten Mietkosten letztlich einem dem eigenen Engagement vergleichbaren Preis ergeben. Kostengünstiger könnten nur die Planungen in der Illenau realisiert werden, weil hier ein 50-Porzent-Zuschuss des Landes für Entlastung sorgen würde.

(Aus Acher- und Bühler Bote vom 28.06.2018)

 


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